Die britische Regierung setzt ihren Kurs gegenüber XL Bullies fort. Ab dem 1. November 2026 dürfen Kinder unter zwölf Jahren mit einem registrierten XL Bully oder anderen nach dem Dangerous Dogs Act verbotenen Hunderassen nicht mehr unbeaufsichtigt allein gelassen werden.
Begründet wird die Maßnahme mit dem Schutz von Kindern und der Vermeidung schwerer Beißvorfälle.
So weit, so konsequent.
Doch während neue Pflichten geschaffen werden, verschwindet gleichzeitig eine der bisherigen Auflagen: Seit dem 1. Juli 2026 besteht keine Pflicht mehr, eine spezielle Haftpflichtversicherung für registrierte XL Bullies abzuschließen. Der Grund dafür ist nicht etwa eine Neubewertung des Risikos – sondern schlicht, dass der letzte Anbieter diese Versicherungen nicht mehr anbietet.
Damit entsteht ein bemerkenswerter Widerspruch.
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Auf der einen Seite signalisiert der Staat, dass von diesen Hunden ein so hohes Gefahrenpotenzial ausgeht, dass selbst das unbeaufsichtigte Zusammensein mit Kindern gesetzlich untersagt wird. Auf der anderen Seite existiert inzwischen praktisch kein Markt mehr für die vorgeschriebene Spezialversicherung – weshalb die Versicherungspflicht kurzerhand gestrichen werden musste.
Das wirft Fragen auf.
Wenn ein Hund als so risikobehaftet eingestuft wird, dass immer neue Einschränkungen notwendig erscheinen, warum scheitert gleichzeitig das System, das im Schadensfall finanziellen Schutz bieten sollte? Und wenn sich Versicherungen vollständig aus diesem Bereich zurückziehen, welche Folgen hat das langfristig für Halter, Geschädigte und die öffentliche Sicherheit?
Unabhängig davon zeigt diese Entwicklung ein grundsätzliches Problem: Gesetzgebung funktioniert nur dann dauerhaft, wenn sie auch praktisch umsetzbar ist. Vorschriften verlieren an Wirkung, wenn die notwendigen Rahmenbedingungen – wie ein funktionierender Versicherungsmarkt – nicht mehr vorhanden sind.
Die neuen Regelungen werden die Debatte um XL Bullies daher vermutlich nicht beenden. Im Gegenteil: Sie zeigen erneut, wie schwierig es ist, Sicherheit, Tierhaltung und politische Entscheidungen miteinander in Einklang zu bringen.




