Die Debatte um sogenannte Exotic Bullys ist innerhalb der europäischen und internationalen Bully-Szene längst kein Randthema mehr. Während diese Hunde in sozialen Medien stark inszeniert und häufig als besonders selten oder exklusiv vermarktet werden, bezieht der European Bully Kennel Club (EBKC) seit Jahren öffentlich und unmissverständlich Stellung gegen diese (FEHL-)Entwicklung.
In mehreren offiziellen Veröffentlichungen macht der Verband deutlich, dass Exotic Bullys keine anerkannte Varietät des American Bully darstellen. Aus Sicht des EBKC handelt es sich dabei nicht um eine Weiterentwicklung der Rasse, sondern um eine Fehlentwicklung, die weder dem Standard noch den Grundprinzipien verantwortungsvoller Zucht entspricht. Im Gegenteil, es ist eine absolute Qualzucht.
Exotic Bully – Keine Varietät, kein Standard, keine Anerkennung
Der EBKC stellt klar, dass Begriffe wie Exotic, Micro oder Extreme Compact keinerlei offizielle Bedeutung innerhalb des American-Bully-Standards haben. In einem seiner Statements bezeichnet der Verband den Begriff Exotic Bully sinngemäß als eine künstlich geschaffene Bezeichnung, die dazu dient, Hunde zu vermarkten, die nicht dem anerkannten Standard entsprechen.
Diese Begriffe seien keine züchterische Kategorie, sondern Marketinginstrumente. Dahinter stünden Hunde, die durch Übertypisierung, extreme Körperproportionen und Fremdeinkreuzungen entstanden sind. Der EBKC macht deutlich, dass hier kommerzielle Interessen über die Integrität der Rasse gestellt werden.
Gesundheit vor Optik – Exotic Bully
Ein zentraler Punkt der EBKC-Argumentation ist die Gesundheit. In seinen offiziellen Stellungnahmen warnt der Verband davor, dass viele dieser Hunde bereits strukturell so stark eingeschränkt sind, dass von Funktionalität kaum noch gesprochen werden kann.
Sinngemäß erklärt der EBKC, dass eine Zucht, die Hunde hervorbringt, deren Körperbau Atmung, Bewegung oder Organfunktion beeinträchtigt, nicht mit verantwortungsvoller Zuchtarbeit vereinbar sei. Gesundheitliche Probleme seien in diesem Bereich keine Ausnahme, sondern eine direkte Folge der extremen Zuchtausrichtung.
Hunde, deren Körperbau bereits im Welpenalter funktionell limitiert ist, gelten aus Sicht des Verbandes nicht als zuchtwürdig.
Wenn Exotic Bully Marketing zur Täuschung wird
Besonders deutlich wird der EBKC beim Thema Vermarktung. In einem seiner offiziellen Statements spricht der Verband sinngemäß von einer Täuschung der Öffentlichkeit, wenn Exotic Bullies als seltene oder besonders wertvolle Variante des American Bully dargestellt werden.
Der Verband kritisiert, dass dabei bewusst der Eindruck erweckt werde, es handle sich um eine legitime Weiterentwicklung der Rasse, während bekannte gesundheitliche Risiken verharmlost oder verschwiegen würden. Käufer erhielten dadurch ein verzerrtes Bild, das mit der Realität dieser Zuchtausrichtung wenig zu tun habe.
Keine Kompromisse, keine Zusammenarbeit mit Exotic-Linien
Der EBKC beschränkt sich nicht auf eine bloße Distanzierung. In seinen Veröffentlichungen stellt der Verband klar, dass er weder mit Züchtern noch mit Vereinen oder Veranstaltungen zusammenarbeitet, die Exotic Bullies fördern oder zulassen.
Exotic-Linien werden konsequent von EBKC-Shows ausgeschlossen. Diese Haltung ist bewusst kompromisslos. Der Verband sieht darin den notwendigen Schritt, um die Integrität der Rasse zu schützen und weitere Fehlentwicklungen zu verhindern.
Schutz der Rasse American Bully statt Angriff auf Halter
Gleichzeitig betont der EBKC ausdrücklich, dass sich diese Position nicht gegen einzelne Hunde oder deren Halter richtet. Der Fokus liegt ausschließlich auf der dahinterstehenden Zuchtpraxis.
In seinen Statements macht der Verband deutlich, dass Exotic-Zuchten langfristig nicht nur die gesundheitliche Zukunft des American Bully gefährden, sondern auch seine gesellschaftliche Akzeptanz und die Glaubwürdigkeit seriöser Züchter. Zudem liefern sie zusätzliche Argumente für rassespezifische Restriktionen, unter denen letztlich alle Halter leiden.
Fazit des EBKC über den Exotic Bully
Die Haltung des European Bully Kennel Club ist eindeutig und nicht verhandelbar. Exotic Bullies werden weder als Form des American Bully anerkannt noch registriert oder ausgestellt. Der Verband warnt öffentlich vor den gesundheitlichen und ethischen Folgen dieser Zuchtrichtung und sieht darin eine ernsthafte Gefahr für die Zukunft der Rasse.
Der Bullyion-Standpunkt
Und genau hier stehen auch wir als Bullyion Fachmagazin.
Wer sich ernsthaft mit dem American Bully beschäftigt, weiß, dass diese Rasse nie dafür gedacht war, körperliche Extreme auszureizen. Ein American Bully muss funktional, belastbar und lebensfähig sein. Gesundheit ist kein Bonus, kein Trend und kein Marketingargument – sie ist die Grundlage jeder verantwortungsvollen Zucht.
Exotic Bullys mögen Reichweite erzeugen, Klicks bringen und kurzfristig Geld einspielen. Für die Rasse selbst bedeuten sie keinen Fortschritt. Im Gegenteil: Sie schaden ihr, gesundheitlich, züchterisch und gesellschaftlich.
Bullyion steht für Wissen statt Hype, für Substanz statt Show und für Zucht mit Verstand.
Und genau deshalb ist diese Linie für uns nicht verhandelbar.